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004 ; in my head

Ich weiß momentan einfach nicht, wo mir der Kopf steht.

Am Samstag ist ein Brief angekommen, der eigentlich alles nur noch verschlimmert hat. Und jetzt? Weiß ich nicht, was ich tun soll. Ich will das alles beenden, ich denke schon so lange darüber nach - nur weiß ich eben nicht, wie ich das meinen Eltern erklären soll. Ich weiß nicht, ob sie enttäuscht darüber sein werden, obwohl uns schon seit fast einem Jahr klar ist, dass es mal so weit hätte kommen können. Wir haben uns so viele Optionen überlegt und nun.. hab' ich erstrecht keine Lust mehr darauf. Keine Motivation. Kein Interesse. Keine Kraft. Ich fühl' mich ausgelaugt. Ich weiß, dass ich faul bin, aber das liegt in erster Linie an meiner unmotivierten Einstellung, die sich über die letzten Wochen hinweg vor allem zusammengestaut hat.

Ich will hier einfach nur weg. Ich will die fünfzehn Jahre hinter mir lassen und nicht mehr daran denken müssen. Ganz egal wieviel Angst ich vor Reaktionen anderer Leute diesbezüglich habe. "Was? Wieso hast du das gemacht? Du warst doch schon so weit! Warum ausgerechnet jetzt?" Fragen, auf die ich keine konkrete Antwort habe. Warum jetzt? Weil ich nicht mehr kann, weil ich sowieso nicht mehr weiter kommen werde. Weil ich mir alles schon vor Jahren verbaut habe und ich jetzt an einem Punkt angekommen bin, an dem ich einsehe, dass ich es hätte anders machen müssen. Und da ich es nicht getan habe, suche ich mir andere Wege. Also, warum sollte ich mich noch weiter damit rumquälen? Warum kann ich hier nicht einfach einen Schlussstrich ziehen und von vorne anfangen?

Wenn ich nachts schon nicht mehr deswegen schlafen kann, muss irgendetwas einfach falsch sein. Ich bin mir bewusst, dass das eigentlich eine dumme Entscheidung ist, weil es eben genau das ist, was ich mir seit ich klein war gewünscht habe. Andererseits - ich muss mich da nicht unbedingt durchschlagen. Es wäre kein Weltuntergang und meine Eltern haben mir ein dutzend Mal gesagt, dass es für Probleme immer Lösungen gibt.

Ich hab' gestern mit jemandem darüber geredet und sie meinte, dass sich meine Perspektive viel besser anhört. Praktischer für mich. Dass ich das lieber so machen sollte, als mich weiter zu quälen. Es macht mich nicht glücklich. Ich weiß, dass viele sagen "Genieße die Zeit! Später willst du sie wieder zurück", und ich glaube ihnen auch, aber momentan sehe ich darin einfach keinen Sinn mehr. Ich will etwas machen, das mir Spaß macht. Nicht etwas, das mich nachts wach hält, etwas, das mir jeden verdammten Tag aufs Neue Sorgen bereitet. Vielleicht übertreibe ich. Vielleicht sehe ich das alles anders als es wirklich ist. Vielleicht ist es nicht so schlimm und vielleicht bin ich selber Schuld - nein, ich bin Schuld daran. Ich habe mir das selber eingebrockt und ich will da alleine raus. Und mit "raus" meine ich wirklich raus.

Es ist eigentlich ein trauriger Gedanke, dass ich weiß, dass ich es nicht schaffe. Ich bin nicht pessimistisch. Ich denke realistisch. Ich habe lange genug versucht positiv zu denken, aber mal ernsthaft: wie lange kann man optimistisch bleiben, ohne dass es naiv wirkt? 

28.11.10 19:54


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